Projekt

Das Qualifizierungskonzept SPRACHSCHÄTZE in Wuppertal

Das Ziel der Qualifizierung „Sprachschätze“ ist die Förderung der sogenannten Bildungssprache und die Förderung derselben in allen Fächern, umgesetzt durch alle Beteiligten im System Schule!

Die Inhalte der verschiedenen Fortbildungsmodule orientieren sich an den Standards der Fortbildungsmodule zur Durchgängigen Sprachbildung der RAA (heute: Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren).

Der Ansatz der Qualifizierung geht von folgenden Prämissen aus:

Man weiß heute, dass Sprache beim Erreichen von Bildungszielen eine wesentliche Rolle spielt. Und zwar nicht die Alltagssprache sondern die sogenannte Bildungssprache ist die entscheidende Schlüsselqualifikation. Deshalb reden wir auch nicht von Sprachförderung sondern von inklusiver Sprachbildung.

Schülerinnen und Schüler, die sprachsensibel unterrichtet werden, verbessern ihre Lernergebnisse, indem Fach- und Sprachlernen in den Fokus genommen werden und Sprache explizit zum Gegenstand von Unterricht gemacht wird. Und wenn Kindern von zuhause aus der Zugang zu Bildungsinhalten und der hierfür typischen Sprache nicht ausreichend zur Verfügung gestellt wird, muss die Schule diese Funktion übernehmen. Dazu gehört, dass alle Kolleginnen aller Fächer sich an der Aufgabe beteiligen, Bildungssprache zu vermitteln, denn der Deutschunterricht allein wäre damit überfordert.

Wenn also alle Lehrerinnen und Lehrer sprachsensibel unterrichten sollen, dann müssen sie auch dazu in die Lage versetzt werden!

Das Modellprojekt FörMig (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) unterstützt Lehrerinnen und Lehrer bei der Durchgängigen Sprachbildung und liefert sechs Qualitätsmerkmale für den Unterricht, während das Europäische Kerncurriculum (EUCIM) die Qualifizierung der zukünftigen Kolleginnen und Kollegen in den Mittelpunkt stellt und auf den Bedarf der Weiterqualifizierung zum Thema Durchgängige Sprachbildung der bereits in Schule tätigen verweist.

Dabei geht es nicht nur darum, die Kolleginnen und Kollegen und die pädagogischen Fachkräfte  aus- und weiterzubilden. Alle im System Schule Engagierten brauchen institutionelle Unterstützung auf dem Weg zu dieser Herausforderung im Umgang mit Vielfalt, ähnlich wie es durch die kommunale Unterstützung durch den Kreis Warendorf und die Schulaufsicht geschieht. Auf diese Weise können die Ressourcen der Schülerinnen und Schüler genutzt werden und  auch die eigenen Ressourcen im anstrengenden Unterrichtsalltag können effizienter eingesetzt werden.

Für ein inklusives bildungssprachliches Lehren und Lernen folgt daraus:

  • Bildungssprachliche Kompetenz und konzeptionelle Schriftlichkeit sind der Schlüssel zum Schulerfolg.
  • Mehrsprachigkeit wird als positive Ressource wahrgenommen und genutzt.
  • DaZ ist eine Querschnittsaufgabe. Inklusiver sprachsensibler Unterricht ist Aufgabe aller Fächer.
  • Alle Lehrerinnen und Lehrer brauchen ein sprachanalytisches Basiswissen, das sie befähigt, ihren Unterricht sprachsensibel zu planen und durchzuführen.
  • Bewusste Steuerung des Sprachlernprozesses ist unverzichtbar für den Schulerfolg.
  • Durchgängige Sprachbildung erfordert Koordinierung und Langfristigkeit.
  • Interkulturelle Sensibilität der Lehrenden ist die Grundlage für eine Anerkennungskultur in der Schule. Inklusive Haltungen gehören als integraler Bestandteil zur professionellen Kompetenz.